Tantra kennenlernen

Einklang mit Geist und Seele

Jeder Mensch sollte eine positive, geistige Einstellung und kreative Haltung pflegen, um erfolgreich auf dem Pfad der Liebe voranzukommen.

Auf dem Gebiet der tantrischen Sexualität gibt es viele Hindernisse zu überwinden. Die kreative Haltung eliminiert Zweifel und Unsicherheit. Wenn wir uns von hohen geistigen Idealen inspirieren lassen, stärken wir unser Selbstvertrauen und besiegen Impotenz und sexuelle Frustration. Ein Gefühl der Fülle und somit der Erfüllung führt zu einem Reichtum an Abwechslung. Die Gewißheit dem Partner etwas Besonderes zu geben wird uns glücklich machen und eine nie versiegende Quelle unerschöpflicher Inspiration sein.

Das Kamasutra, die klassische indische  Abhandlung über die Liebeskunst, zählt die vierundsechzig Künste auf. Diese Künste schließen Gesang, Musik, Tanz und vor allem Tätigkeiten ein, die mit Kultur und Zeit verbunden sind.
In der westlichen Welt gibt es kein Äquivalent für das Kamasutra. Sex als Kunstform muß im Westen erst heranreifen. Wir müssen erst lernen die Sexualität offen und voller Freude zu erforschen, ungeachtet der aufgeklärten Haltung von heute.

Was der Markt auf diesem Gebiet heute anbietet, ist entweder Pornographie oder klinische Sexlandbücher. Der Stil und Inhalt dieser Produkte reicht aus, um jedem die Lust am Sex auf Lebenszeit zu nehmen. Der Geschlechtsakt wird weder in Kunst noch in Literatur kaum geschmackvoll dargestellt.

Der Orient betrachtete private Sexdates als Handlung, die in Spiritualität und Religion eingebettet ist. Das Zölibat, die Monogamie und die Polygamiehatten in der orientalsichen Kultur alle ihren Platz. Der physische Körper ist der Tempel der Seele, der Mikrokosmos des Universums. Ein Tempel wird als Ort der Verehrung definiert. Der Akt der Verehrung im Tempel des Körpers besteht darin, die sexuelle Energie von Wurzelschakra durch alle sieben Schakren nach oben zu geleiten.Körper, Seele, Geist entspannen und sind vollkommen erfrischt.
Dieser Vorgang manifestiert sich als Emotion, die mit Worten niemals richtig beschrieben werden kann. Das sexuelle Erlebnis wird mächtiger, intensiver und beglückender. Das Resultat ist Lebensfreude und neue Energie. Gestärkt kann man isch wieder den Pflichten des Alltags stellen.

Tantra kann als die Vereinigung von allem definiert werden. Körper, Seele und Geist werden gleichermaßen stimuliert. Alle fünf Sinne werden einbezogen. Erlaubt ist was gefällt, solange man dem Partner mit Respekt begegnet. Der Respekt schließt die Ekstase nicht aus, sondern vereinigt sich mit ihr und intensiviert das Gefühl. In der tantrischen Sexualität werden zu diesem Zweck komplizierte Rituale für die Frau und für den Mann durchgeführt. Jeder für sich übt das Mantra der Wahrnehmung, Sammlung der geistigen und körperlichen Konzentration, ihre Vertiefung und Kontrolle der Lust und ihre Kanalisierung.
Nachdem beide für sich die Rituale geübt haben und beherrschen, üben sie gemeinsam. Diese Übung nimmt sieben aufeinander folgende Abende in Anspruch. Vom sechsten Abend an ist die körperliche Vereinigung erlaubt. Nach dieser Einweihung sind die Liebenden in der tantrischen Liebe neu geboren. Sie haben nun größere Fähigkeiten Lust zu empfangen und zu geben. Das Wissen um die Bedeutung der Düfte, die Art der Beleuchtung, die spezielle Gestaltung des Raumes und die Integration von Musik in Verbindung mit der Befolgung der Rituale verleiht ihnen die Fähigkeit zum unbeschreiblichen Genuß, der die gesteigerte eigene Wahrnehmung und der des Partners beinhaltet.

In der tantrischen Massage ist, im Gegensatz zur tantrischen Sexualität, auf komplexere geistige und körperliche Rituale verzichtet worden. Absolute Entspannung, sich verwöhnen und fallen zu lassen, um auf sexuellem Weg Erneuerung zu finden, das ist die Tantramassage. Sie stimuliert alle Sinne und ist mit dem Orgasmus noch nicht geendet. Ziel der Tantramassage ist der Energiefluß, ein tiefgreifendes Sich öffnen, ein Sich fallen lassen, eine vollkommene Erholung vom Streß und somit Urlaub vom Alltag.
Das Ergebnis ist nicht der kleine Tod wie die Franzosen den Orgasmus nennen, sondern Kraft und Energie. Wer die tantrische Massage genossen (empfangen) hat, der bewältigt gelassen und gestärkt die Anforderungen des Alltags. Der konkrete Ablauf soll an dieser Stelle nicht geschildert werden. Die Begeisterung für diese westliche Variante des alten indischen Liebesrituals ist nachvollziehbar. Sie verzichtet auf komplexe Rituale und konzentriert sich auf die Entspannung. Das Gefühl der Geborgenheit wird neu entdeckt.